Was gibt's Neues?

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Aus einer Idee zum besseren Informationsaustausch entstand vor 30 Jahren das Internet. Mit zunehmender Popularität stieg aber auch die Zahl der Kriminellen, die dieses Medium für ihre Zwecke nutzen. Die frei verfügbare Technologie öffnet das Tor für alle, die unrechtmäßig an persönliche Daten der Web-Nutzer gelangen wollen – und das mit zunehmendem Erfolg.

  • Der Informationsaustausch über das Internet ist nach 30 Jahren selbstverständlich geworden / Photo by jannoon028 / www.freepiks.com

Im März 1989 stellte Tim Berners-Lee, Physiker und Mitarbeiter am europäischen Forschungszentrum CERN, erstmals seine Vision eines vereinfachten Informationsmanagements zwischen Computern vor. Berners-Lee und sein Team entwickelten die Programmiersprache HTML, programmierten einen Web-Browser und einen Web-Server. Sie schufen damit die technischen Standards des Word Wide Webs, die jeder Internet-Surfer kennt und nutzt. Berners-Lees Datenmanagement-System bildet bis heute die grundlegende Infrastruktur für den freien, globalen Informationsaustausch im Internet.

Unaufhaltsamer Siegeszug

Heute sind 57 Prozent  der Menschen weltweit im Internet aktiv. Allein in Deutschland sehen, lesen und hören rund 90 Prozent  der Bevölkerung die Informationen des Mediums. Auf der gesamten Welt gibt es über 1,33 Milliarden Webseiten  – ein Erfolg, mit dem in den 80er Jahren niemand rechnete. Anlässlich des Jubiläums warnte Berners-Lee jedoch vor Datenmissbrauch, Desinformation, Hassreden und Zensur im Internet. Das heutige Web hat somit wenig mit dem gemein, was Berners-Lee einst vorschwebte.

Cyberkriminalität hat Hoch-Konjunktur

Die Internetkriminalität nimmt stetig zu. 2017 ergab eine Umfrage von Bitkom Research  , dass jeder zweite Internetnutzer schon einmal Cyberkriminellen zum Opfer fiel. Nach dem aktuellen Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland  des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist davon auszugehen, dass sich die Lage weiter verschärft. Cyber-Verbrecher finden demnach immer neue Angriffswege über das Internet, um Sicherheitsmechanismen erfolgreich zu umgehen. 2018 registrierte die Kriminalstatistik der Polizei  drei Viertel aller Straftaten als Fälle von Computerbetrug. Die zunehmende digitale Vernetzung aller Lebensbereiche und der vielfältige Zugang zu digitalen Infrastrukturen fordert deshalb ein umfassendes Sicherheitsbewusstsein der Web-Nutzer gegenüber Cyber-Gefahren. Versagt der Mensch als wichtigste Abwehr-Instanz, helfen auch die besten technischen Sicherheitsmaßnahmen nicht.

Eigenes Bewusstsein stärken

Eine Onlinebefragung  des BSI im Rahmen des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) 2017 ergab, dass sich nur rund jeder dritte Internetnutzer gezielt zum Thema IT-Sicherheit informiert. Sicheres Surfen interessiere die Bürger vor allem dann, wenn es um die Sicherheit beim Online-Banking geht. Diese rein partielle Wahrnehmung möglicher Gefahren im Internet – auch Privacy Paradox  genannt – reicht zum Schutz vor Cyberangriffen kaum aus. Wer eine Vielzahl an persönlichen Daten online preisgibt, macht sich angreifbar. Internetnutzer sollten sich dessen stets bewusst sein und entsprechend handeln. Und das ist nur ein erster Schritt. Nach Berners-Lee  müssen die Nutzer wesentlich intensiver um Netzneutralität, Privatsphäre, die Kontrolle über eigene Daten und das Recht auf freie Meinungsäußerung im Netz kämpfen. Nur so bleibt die Idee eines demokratischen Austausch-Mediums gewahrt, das gute Chancen für eine gerechtere, fortschrittlichere Gesellschaft in einem digitalen Zeitalter bietet. Andernfalls droht die Schreckensvision eines rechtsfreien Raums, der sich jeglicher Kontrolle entzieht und die gesellschaftliche Ordnung bedroht.
 

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